St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

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100 Laien übten im St. Franziskus-Hospital die Wiederbelebung

„Beide Schulungsveranstaltungen waren in der letzten Woche gut besucht“, freut sich Initiator Dr. Clemens Sirtl, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin am Winterberger Krankenhaus. Gemeinsam mit seinem Chefarztkollegen Dr. Jacek Jablonka hatte er die Bevölkerung zur Laienschulung eingeladen. An insgesamt sieben Übungspuppen trainierten die Besucher die Herzdruckmassage für den Ernstfall. Wertvolle Tipps erhielten sie nicht nur durch die beiden Chefärzten der Anästhesie, sondern auch durch Dr. Guido Caspari, Chefarzt Kardiologie, und Dr. Christoph Konermann, Chefarzt Chirurgie.

Eigentlich klingt es ganz einfach: Prüfen, ob der Kranke ansprechbar ist, falls nicht über 112 den Rettungsdienst benachrichtigen, gegebenenfalls den Oberkörper des Betroffenen frei machen und den Brustkorb etwa 100-mal pro Minute ca. fünf bis sechs Zentimeter tief eindrücken. Prüfen – Rufen – Drücken. Schon diese paar Handgriffe  genügen, um die Durchblutung lebenserhaltener Organe aufrecht zu erhalten. Und doch scheuen sich viele Menschen vor der Herzdruckmassage. Deutschlandweit versuchen gerade mal 17 Prozent einen Menschen mit Herzstillstand durch gezielte Herzdruckmassage wiederzubeleben. „Mit einfachem Desinteresse am Mitbürger ist diese geringe Zahl nicht erklärbar“, meint Dr. Caspari. „Etwa Dreiviertel der Ersthelfer vor Ort sind Angehörige der Betroffenen. Unsicherheit oder Unwissen führen dazu, dass sich viele Menschen nicht trauen mit der Herzdruckmassage zu beginnen.“

Neu war für viele Anwesende, dass sich inzwischen das Vorgehen bei Herzstillstand verändert hat. Anders als vor 25 Jahren wird heute die Herzdruckmassage wichtiger gewertet als die Mund-zu-Mund-Beatmung. Demnach können Laienhelfer bei Herzstillstand auf die Beatmung verzichten und sich voll und ganz auf die Druckmassage konzentrieren, bis der Notarzt eintrifft.

„Und doch, so leicht es auch klingen mag, war die Veranstaltung dringend notwendig, um selbst die einfachen Handgriffe präzise zu erlernen und die Berührungsängste in einer Notsituation abzubauen“, erläutert Dr. Jablonka. Für eine bessere Beherrschung der Reanimationstechnik und Vertiefung des Wissens über Hilfe im Notfall durch Wiederholung plant das St. Franziskus-Hospital weiter Kurse zum Thema anzubieten. „Wir freuen uns, dass so viele Bürgerinnen und Bürger an unseren ersten beiden Laienschulungen teil genommen haben“, berichtet Christian Jostes, Geschäftsführer am St. Franziskus-Hospital. „Ich hoffe, dass dies in der einen oder anderen Situation den entscheidenden Beitrag dazu leistet, beherzt einzugreifen und damit Leben zu retten.“

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto 1: Dr. Jacek Jablonka, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin, erläutert die Herzdruckmassage am Dummy

Foto2: Dr. Guido Caspari (rechts), Chefarzt Kardiologie, gibt Interessenten Tipps bei der Herzdruckmassage am Dummy