St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

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125 Jahre St. Franziskus-Hospital

Winterberger feierten Geburtstag ihres Krankenhauses

In mehr als einem Jahrhundert hat sich einiges getan im St. Franziskus-Hospital. Grund Genug dies mit einem imposanten Festakt direkt am Geburtstag 125-jährigen Geburtstag des Winterberger Krankenhauses zu feiern. Während der Feierlichkeit im Oversum verdeutlichte der bebilderte Rückblick von Prof. Dr. Winfried Padberg, Direktor der Abteilung für Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie der Universitätsklinik Gießen einmal mehr den medizinischen Fortschritt. Sein Vater, Dr. Werner Padberg, wurde 1945 als erster festangestellter Chirurg im St. Franziskus-Hospital beschäftigt. Bis dahin war es üblich, Ärzte zu verpflichten, die in Winterberg bereits praktizierten und ihre Operationen so im Krankenhaus durchführen konnten. In seinem Vortrag beleuchtete Dr. Padberg die medizinische Entwicklung des letzten Jahrhunderts. Unter großem Jubel und Beifall stellte er das erste OP-Hilfsmittel vor: Beten! Zur Ära seines Vaters wurde Brennspiritus zur Desinfektion genutzt, notwendige medizinische Instrumente gegen Speck eingetauscht und bei der Äther-Narkose wurden die Schwestern gleich mitnarkotisiert. Bluttransfusionen gab es noch nicht. Stattdessen standen bei OPs acht kräftige Burschen der Blutgruppe null parat, die notfalls zum Aderlass gebeten wurden. Christian Jostes, Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospitals, übereichte Prof. Dr. Padberg zum Dank ein Gemälde seines verstorbenen Vaters, das bis dato in der Verwaltung hing.

Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesgesundheits-ministeriums, war eigens angereist um die Grüße des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe, MdB zu übermitteln. In ihrer Rede äußerte sie Verständnis für die besondere Situation kleiner Krankenhäuser in ländlich strukturierten Regionen: „Ein Krankenhaus wie Ihres haben wir bei unseren Reformvorhaben selbstverständlich mit im Blick. Ich mache mir um das St. Franziskus-Hospital in Winterberg, mit seinem beeindruckendem Leistungsspektrum, keine Sorgen.“ Christian Jostes wünschte in seinem Vortrag sich und die Patienten „Zurück in die Zukunft“. Er erinnerte an die drei „Armen Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung“, die 1890 aus reiner Nächstenliebe den Mut zur Eröffnung des Krankenhauses hatten. Er appellierte nicht zuletzt an die Politik, bei all den betriebswirtschaftlichen Forderungen der Zukunft immer auch zurück zu denken an diese uneigennützige Nächstenliebe und dementsprechend zu handeln. Werner Eickler, Bürgermeister der Stadt Winterberg, betonte in seinem Grußwort wie wichtig das St. Franziskus-Hospital für Winterberg und seine Bürger ist: „Über zwei Millionen Übernachtungen in Winterberg jedes Jahr bedürfen einer qualifizierten medizinischen Versorgung und damit einem Krankenhaus in unserer Stadt!“ Klaus Friedrich, Bürgermeister der Stadt Korbach und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hessenklinik Stadtkrankenhaus Korbach GgmbH untermauerte mit der Übergabe eines ganz besonderen Bildes  die enge Verbundenheit mit dem St. Franziskus-Hospital.

Blick hinter sonst verschlossene Türen
Während des anschießenden Tages der offenen Tür nutzen zahlreiche Menschen aus der Region die Gelegenheit, sich näher über das St. Franziskus-Hospital zu informieren. Unter dem Motto „125 Jahre Ihr Krankenhaus mit Herz“ gab es für alle Besucher Medizin zum Anfassen. Unter der fachkundigen Anleitung von Dr. Amiraga Amiri, Oberarzt Chirurgie, konnte jeder selbst operieren. In OP-Tücher eingehüllt lag die Patientenpuppe in Narkose bereit, um mittels medizinischen Besteck Gummibärchen aus den Organen zu operieren. Da die „OP“ minimal-invasiv, also mittels kleinster Einschnittstellen, verlief, konnten die Besucher lediglich über einen Bildschirm einsehen, was sie mit den Instrumenten in der Puppe taten. Auch in der Endoskopie gab es ein Simulationsgerät, an dem unter Hilfe von Dr. Carl Wunderlich, Chefarzt Innere Medizin, Gummibächen aus dem Magen geangelt werden konnten. Der acht Meter lange begehbare Darm, an dem Veränderungen bis hin zu Darmkrebs erkennbar waren, bot ein weiteres Highlight. Diverse Stände und Ausstellungen informierten zudem über Hygiene, Kurzzeitpflege, Wundversorgung, Radiologie, Sanitätshilfsmittel, Frauenselbsthilfe nach Krebs oder auch das Ethikkomitee. Speziell für Kinder gab es kinderechte Führungen und jede Menge Unterhaltung. Im Schulungsraum informierten die Chefärzte zu Gesundheitsthemen wie Herz, Reflux, Darmspiegelung, Narkosemethoden und künstlichen Gelenkersatz. „Alles in allem ein gelungenes Fest – wir freuen uns über das durchweg positive Feedback aus der Bevölkerung“, zog Christian Jostes am Ende des Tages ein positives Resümee.