St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH | Franziskusstraße 2 | 59955 Winterberg | Germany
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Erfolgreich gegen den Schlaganfall

14 Kliniken arbeiten zusammen für optimale Patientenversorgung

Patienten mit neurologischen Notfällen – beispielsweise Schlaganfällen – benötigen rasche Diagnostik und Therapie. Damit diese den Patienten flächendeckend und wohnortnah zur Verfügung steht, sind 14 neurologische und internistische Kliniken eine Kooperation eingegangen: Im „Neurovaskulären Netzwerk – NeuroNetz Mitte“ arbeiten sie unter dem Motto „Erfolgreich gegen den Schlaganfall“ zusammen. „Mit dem NeuroNetz Mitte haben wir alle gemeinsam die Versorgung von Schlaganfall-Patienten in der Region bereits deutlich verbessern können“, sagt Christian Jostes, Geschäftsführer das St. Franziskus-Hospitals. Als einziges Krankenhaus aus Nordrhein-Westfalen ist das St. Franziskus-Hospital in Winterberg seit Gründung des Netzwerkes vorwiegend nordhessischer Kliniken von Anfang an dabei. Dies liegt nicht zuletzt auch an der engen Kooperation zwischen dem Stadtkrankenhaus Korbach (Hessen) und dem Winterberger Krankenhaus (NRW), die beide vom selben Geschäftsführer geleitet werden.

In Kooperation mit dem Klinikum Kassel hat das St. Franziskus-Hospital eine teleneurologische Verbindung etabliert und optimiert so die schnelle Versorgung von Schlaganfall-Patienten. Das Klinikum Kassel verfügt über eine Neurologie mit einer überregional zertifizierten Stroke Unit (Schlaganfallspezialstation) und ist gemeinsam mit den angrenzenden Fachdisziplinen – beispielsweise Neurochirurgie, Neuroradiologie und Kardiologie – auf die interdisziplinäre Akutversorgung von Schlaganfällen bestens eingestellt. Diese Expertise wird mittels Telemedizin auch den Netzwerk-Kliniken ohne eigene neurologische Abteilung zur Verfügung gestellt.

In der Praxis läuft dies folgender maßen ab: Im Bedarfsfall konsultiert der Winterberger Klinikarzt seinen Kasseler Kollegen per Videokonferenz. Zunächst wird die Anamnese des Patienten geschildert und via Datenleitung relevante Befunde (u.a. auch bildgebende Verfahren) übermittelt. Es folgt die neurologische Untersuchung des Patienten, welcher der Kasseler Neurologe per Videokonferenz zugeschaltet ist. Somit kann er die Untersuchung beobachten, begleiten und anleiten sowie den Patienten selbst befragen. Basierend hierauf erfolgt im Anschluss die kollegiale Beratung über das therapeutische Vorgehen.

Prof. Dr. Ulrich Treichel, Chefarzt Innere Medizin

Prof. Dr. Ulrich Treichel, Chefarzt Innere Medizin

Prof. Dr. Ulrich Treichel, Chefarzt der Inneren Abteilung am St. Franziskus-Hospital bezeichnet das Neuronetzwerk als herausragendes Qualitätsmerkmal des Winterberger Krankenhauses: „Die Telemedizin hilft uns in bemerkenswerter Weise! Experten beurteilen den Schweregrad und die Therapiemöglichkeiten für jeden einzelnen Patienten mit Schlaganfall, und zwar schneller als durch jede Akutverlegung möglich. Unabhängig von wirtschaftlichen Interessen wird der Patient wohnortnah weiter behandelt oder im Notfall direkt nach Kassel verlegt. Beim Schlaganfall bedeutet dies, dass der überwiegende Teil der betroffenen Patienten in seinem Heimatkrankenhaus verbleiben kann und sollte! Denn zur Genesung gehört auch die Zuwendung der vertrauten Umgebung. Darüber hinaus werden unnötige und teure Notarzt-begleitende Transporte vermieden. Ein Gewinn für Patient und Krankenhaus!“

Innerhalb des ersten Jahres haben die Neurologen des Klinikum Kassel mittels Videokonferenz gemeinsam mit den behandelnden Ärzten vor Ort rund 200 Patienten untersucht. Bei 125 von ihnen bestätigte sich der Verdacht auf einen Schlaganfall. Bei rund einem Drittel der Schlaganfall-Patienten konnten die Mediziner vor Ort die sofortige Therapie einleiten und mit Hilfe von Medikamenten die Durchblutung im Gehirn wieder herstellen. „Das ist ein sehr guter Wert,“ freut sich Prof. Dr. Treichel. „Hätten die Patienten in ein Zentrum mit neurologischer Klinik verlegt werden müssen, wäre wertvolle Zeit verloren gegangen.“ Rund 40 der Schlaganfall-Patienten wurden zur weiteren Behandlung ins Klinikum Kassel verlegt.

Die derzeit beteiligten Kliniken sind neben dem Klinikum Kassel als koordinierendem Zentrum: Neurologische Akutklinik Bad Zwesten, Neurologische Klinik Hephata Schwalmstadt, Ökumenisches Hainich-Klinikum Mühlhausen (Klinik für Neurologie), Krankenhaus Alsfeld, Krankenhaus Bad Arolsen, Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen, Kreiskrankenhaus Frankenberg, Kreisklinik Hofgeismar, Stadtkrankenhaus Korbach, Krankenhaus Marsberg, Asklepios Klinik Schwalmstadt, St. Franziskus Hospital Winterberg, Kreisklinik Wolfhagen.