St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

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Ethikkommitee gegründet

Krankheit, Tod und Sterben – mit diesen Themen möchte sich eigentlich niemand gerne auseinander setzen. Für Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, Seelsorger oder auch Mitarbeiter des Sozialen Dienstes aber gehört das alles zum Alltag! Um hier Hilfe zu geben, gibt es jetzt am St. Franziskus-Hospital ein Klinisches Ethikkomitee. Es wird in Konfliktsituationen des Krankenhausalltags auf Anforderung von Patienten oder Angehörigen hin aktiv. So zum Beispiel bei schwerwiegenden Therapieentscheidungen im Rahmen unheilbarer Krankheiten oder bei Sterbenden und auch bei Fragen zur Aussagekraft einer Patientenverfügung in der aktuellen Situation.

Der Umgang mit Patientenverfügungen wurde zwar 2009 per Gesetz neu geregelt, wirft aber im Einzelfall immer noch viele Auslegungsmöglichkeiten und Unsicherheiten für Patienten und Ärzte auf. Auch bei der Entscheidung für oder gegen eine künstliche Ernährung schwerstkranker Patienten mit beschränkter Lebenserwartung über eine Magensonde (PEG-Sonde) treten für Angehörige und Behandler immer wieder große Probleme auf. So auch bei der Entscheidung, wann und wie lange lebenserhaltende Therapien bei Schwerstkranken weitergeführt werden.

Das neu gegründete Ethikkomitee ist ein berufsübergreifendes und interdisziplinär besetztes Gremium. Es besteht aus sieben Mitgliedern unterschiedlicher Berufsgruppen:

Dr. med. Klaus-Dieter Wigand (Palliativmedizin), Vorsitzender des Ethikkomitees
Norbert Kremser (Krankenhausseelsorger), Stv. Vorsitzender
Dr. med. Jacek Jablonka (Chefarzt Anästhesie und Intensivabteilung)
Denise Blüggel (Intensivabteilung)
Isabell Hiob (Familiale Pflege)
Maria Hunold (Abteilung Innere Medizin, Geriatrie)
Ulrike Berkenkopf (Pflegedienstleitung)

Das klinische Ethikkomitee im St. Franziskus-Hospital tritt regelmäßig zusammen und erarbeitet Leitlinien für typische wiederkehrende Situationen im Krankenhausalltag, die dann nach Erreichen einer Übereinstimmung als Handlungsanweisung in den Krankenhausalltag übernommen werden sollen. Die Mitglieder nehmen ihre Aufgaben unabhängig wahr und sind nicht an Weisungen gebunden.

Es können sich sowohl Patienten als auch Angehörige und auch Mitarbeiter des Krankenhauses an das Ethikkomitee wenden. „Es gibt im Krankenhausalltag Fragestellungen, die nicht eindeutig zu entscheiden sind und Ärzte wie Pflegekräfte vor ethische Konfliktsituationen stellen können – zum Beispiel beim Thema lebensverlängernde Maßnahmen“, erläutert Geschäftsführer Christian Jostes die Gründung. Auch bisher habe beispielsweise eine Krankenschwester, wenn sie ein ungutes Gefühl bei der Behandlung eines Patienten hatte, natürlich mit einem Arzt oder einer anderen Person ihres Vertrauens sprechen können, erläutert Jostes. „Mit dem Ethikkomitee gibt es jetzt jedoch eine feste Institution, die jedem signalisiert: Es ist ausdrücklich erwünscht, dass Bedenken geäußert und in einer großen Runde thematisiert werden.“

Für diese dann einzuberufenden „Fallgespräche“ bittet das Komitee die den betroffenen Patienten betreuenden Personen hinzu. Gemeinsam mit Mitgliedern des Komitees wird der Fall diskutiert und versucht, ein für alle zu akzeptierendes Votum zu formulieren, welches dann für Patient und Angehörige, aber auch für Ärzte und Pflegepersonal hilfreich bei weiteren Entscheidungen sein kann.