St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

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Ferndiagnose per Videoschaltung

Verwaltungsrat informierte sich über neue Teleneurologie am St. Franziskus-Hospital

Patienten mit neurologischen Notfällen, z.B. Schlaganfällen, benötigen rasche Diagnostik und Therapie. Mittels Teleneurologie kann ein Neurologe neben der Analyse von bildgebenden Verfahren (z.B. Computertomographie)  zusätzlich mittels Videokonferenztechnologie den Patienten am Bildschirm untersuchen und eine Ferndiagnose durchführen.

 

In Kooperation mit dem Klinikum Kassel hat das St. Franziskus-Hospital – als Mitglied des neu gegründeten Netzwerks „Neuro-Netz Mitte“ – eine teleneurologische Verbindung etabliert und optimiert so die schnelle Versorgung von Schlaganfall-Patienten. Das Klinikum Kassel verfügt über eine Neurologie mit einer überregional zertifizierten Stroke Unit (Schlaganfallspezialstation) und ist gemeinsam mit den angrenzenden Fachdisziplinen wie der Neuroradiologie auf die interdisziplinäre Akutversorgung von Schlaganfällen spezialisiert. Ein Neurologe der Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) steht den Internisten des St. Franziskus-Hospitals rund um die Uhr zur Verfügung und unterstützt sie bei der differenzierten neurologischen Diagnostik und Untersuchung von Schlaganfallpatienten.

Teleneurologie ermöglicht es dem Patienten in neurologischen Notfällen unkompliziert eine Expertenmeinung einzuholen. Dies ist vor allem in Regionen ohne eigene neurologische Versorgungszentren und bei akuten Krankheitsbildern, die keinen zeitlichen Verzug der Behandlung zulassen (z.B. Schlaganfallversorgung), von entscheidender Bedeutung“, erläutert Christian Jostes, Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospitals. „Da auch Patientengespräche für eine optimale Behandlung von erheblicher Bedeutung sind, ist mit dem Videokonferenz-Modell eine optimale Lösung in der Teleneurologie gefunden worden. Der Arzt kann den Patienten in der Videokonferenz als Mensch besser kennenlernen und eine individuelle Betreuung anbieten. Dem Patienten kann trotz räumlicher Distanz eine persönliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung geboten werden“, ergänzt Internist Dr. Ralf Zetzmann. Bei einer Probevorführung zeigte er den Mitgliedern des Verwaltungsrates des Winterberger Krankenhauses die genauen Untersuchungsmöglichkeiten in Kooperation mit Kassel. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert über die punktgenaue Kameraführung und Bildeinstellung sowie der daraus resultierenden Ergebnisse. Möglich wird dies durch ein speziell für die Medizintechnik entworfenes Datenübertragungsverfahren.

In der Praxis läuft dies folgender maßen ab: Im Bedarfsfall konsultiert der Winterberger Klinikarzt seinen Kasseler Kollegen per Videokonferenz. Zunächst wird die Anamnese des Patienten geschildert und via Datenleitung relevante Befunde  (u.a. auch bildgebende Verfahren) übermittelt.  Es folgt die neurologische Untersuchung des Patienten, welcher der Kasseler Neurologe per Videokonferenz zugeschaltet ist. Somit kann er die Untersuchung beobachten, begleiten und anleiten sowie den Patienten selbst befragen. Basierend hierauf erfolgt im Anschluss die kollegiale Beratung über das therapeutische Vorgehen.

Die neurologische Fachkompetenz ermöglicht in diffizilen Fällen eine sichere Einordnung der Symptomatik und gewährleistet auch bei diesen Patienten die rasche Einleitung der entsprechenden therapeutischen Maßnahmen. Für die wohnortnahe Versorgung von Schlaganfällen spricht massiv die verkürzte Transportzeit. Beim Schlaganfall gilt nämlich „time is brain“, Zeit ist Gehirn. Dies bedeutet, dass jede eingesparte Minute bis zur Einleitung der entsprechenden Maßnahmen Gehirngewebe vor dem Absterben bewahren kann.

Die Winterberger Internisten und die Kasseler Neurologen haben sich im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen in den letzten Wochen auf das gemeinsame Handeln eingestellt. „Das Neuro-Netz Mitte ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Versorgungsqualität der Patienten durch intelligente Vernetzung und Kooperation noch besser werden kann“, sagt Jostes. „Dank dieser neuen Technologie konnten wir in den letzten Wochen bereits mehreren Patienten schnelle Hilfe zukommen lassen, die sonst ggf. hätten in ein neurologisches Zentrum weiter verlegt werden müssen. Bei Verlegungen geht jedoch immer wertvolle Zeit verloren – wir sind daher froh, dass wir die Teleneurologie in Winterberg etablieren konnten.“

 

Foto v.l.
Günter J. Müller, Werner Eickler (Bürgermeister Winterberg), Christian Jostes (Geschäftsführer), Siegfried Kruse, Dr. Clemes Sirtl (Chefarzt Anästhesie), Dr. Ralf Zetzmann (Oberarzt Innere Medizin), Dr. Hans-Peter Siedhoff (Cura GmbH), Michael Kronauge (Bürgermeister Hallenberg), Thomas Grosche (Bürgermeister Medebach) und Christoph Klante diskutierten am Bildschirm mit Neurologin Susanne Schneider