St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

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Kinästhetik – damit Pflege nicht krank macht

Nicht heben und tragen, sondern unterstützen, das ist das Motto des Kinästhetik -Kurses, den Mitarbeiter des Pflegepersonals jetzt im St. Franziskus-Hospital absolvierten. Dabei lernen die Teilnehmer, ihre Bewegung mit der Mobilität des Pflegebedürftigen so zu koordinieren, dass die Pflege möglichst ohne Heben und Tragen möglich ist. Die Pflegeperson hebt den Patienten nicht mehr, sondern hilft ihm bei der Bewegung – so können die körperliche Belastung und das Verletzungsrisiko deutlich verringert werden. Zugleich lernt der Pflegebedürftige, wie er seine Pflege unterstützen und seine Mobilität erhalten oder sogar verbessern kann – ein für das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität sehr wichtiger Aspekt.

„Die Arbeit in der Pflege verdient größten Respekt, Anerkennung und unsere volle Unterstützung. Sie ist mit enormen körperlichen und psychischen Belastungen verbunden“, weiß Christian Jostes, Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospitals. Ein simples Beispiel verdeutlicht das wirkungsvolle Prinzip der Kinästhetik: Ist ein Patient in seinem Bett nach unten gerutscht, lautet der Standardablauf hierfür, dass eine oder zwei Pflegekräfte den Patienten wieder zur Kopfseite des Bettes hinziehen. Die Pflegekräfte haben dabei viel zu tun, der Patient tut gar nichts. Im psychologischen Sinne kommt er sich sogar nutzlos vor. Im Sinne der Kinästhetik wäre es, ihn aktiv einzubeziehen. Kann er beispielsweise seine Beine noch aufstellen, so werden diese zuerst verlagert. Dies verteilt das Gesamtgewicht mehr auf eine Körperhälfte. In einem zweiten Schritt wird die entlastete Körperhälfte gemeinsam mit den Ressourcen des Patienten zum Kopfende bewegt. Wenn der Patient beispielsweise mit einem Arm noch ziehen kann, wird dies mit in den Bewegungsablauf einbezogen. So minimiert sich die körperliche Beanspruchung der Pflegekräfte enorm und der Patient ist aktiv beteiligt – dies fördert auch die Bewegungskompetenz im Anschluss an den stationären Aufenthalt.

Den positiven Einfluss der Kinästhetik in der praktischen Pflege kann Ulrike Berkenkopf, Pflegedienstleitung im St. Franziskus-Hospital bezeugen: „Die Kinästhetik setzt nicht auf Kraft und Anstrengung im Umgang mit den Patienten, sondern auf Leichtigkeit der Bewegung und Unterstützung der Patienten. Dafür müssen wir allerdings vertraute Bewegungsmuster hinter uns lassen und umlernen. Das lernt man nicht an einem Tag.“ Insgesamt 10 Pflegekräfte haben den Kurs erfolgreich absolviert.

 

Foto: v.l. Sabine Imöhl, Dirk Fieseler, Elke Nolte-Ernsting, Christiane Schröter, Edith Sommer, Conny Schleimer, Christiane Hankeln, Angelika Isenberg, Johanna Dziura, Sandra Pfennig, Ulrike Berkenkopf, Maria Hunold und Melissa Kari bei der Schulung am Patientenbett