St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

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Krankenhaus-Reform – So nicht!

Mitarbeiter des St. Franziskus-Hospitals demonstrieren für eine Krankenhausreform die wirklich hilft

Nicht nur vor dem Brandenburger Tor protestierten heute rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser, sondern auch in Winterberg gingen die Mitarbeiter des St. Franziskus-Hospitals auf die Straße. Unter dem Motto „Krankenhaus-Reform – So nicht!“ wurde  im Rahmen des Krankenhausaktionstages bundesweit in hunderten von Krankenhäusern gegen das Gesetzesvorhaben protestiert.

„Wir fordern eine tatsächlich am Wohl des Patienten orientierte Krankenhaus-Reform, die diesen Namen verdient und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Krankenhäuser wieder Luft zum Atmen gibt“, fordert Christian Jostes, Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospital in Winterberg sowie des Stadtkrankenhauses in Korbach. Um dies nach außen deutlich zu machen stiegen vor dem Haupteingang des St. Franziskus-Hospitals 100 Ballons mit roten Protestkarten gen Berlin.

Die Krankenhausreform liefere keine Lösungen für die Probleme, die den Krankenhäusern am meisten unter den Nägeln brennen und – was noch schlimmer sei – diese werden zum Teil noch verschärft, bezieht Jostes Position. Wo Hilfe drauf stehe, seien neue Lasten drin. Dreh- und Angelpunkt sei die Sicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Personalkosten für die 1,2 Millionen Beschäftigten in den Krankenhäusern müssten mit den gesetzlich begrenzten Einnahmen gedeckt werden können. Das sei nicht der Fall und dies werde durch die Reform noch verschlechtert. Den Krankenhäusern würde 1 Milliarde Euro im Jahr 2017 entzogen, die für die Personalfinanzierung gebraucht würde. „Allein in Winterberg bedeutet dies eine Summe von vier Millionen Euro, für die bislang nicht geklärt ist, wie dies gegen finanziert werden soll“, erläutert Jostes. Zudem werde die Unterfinanzierung der Notfallambulanzen nicht gelöst. Die Reform gebe auch keine Antwort auf die absolut unzureichenden Investitionsmittel, so der Geschäftsführer.

Die wenigen Verbesserungen, die die Reform vorsehe, würden von Negativeffekten überlagert. Der Rationalisierungsdruck werde auf Kosten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und letztlich auf Kosten der Patienten weiter erhöht. Mehr Bürokratie und weitere Dokumentationspflichten bänden Personal, das dann in der Patientenversorgung fehle.

Zur Qualitätsdiskussion erklärt Jostes: „Die Reform formuliert höchste Ansprüche in puncto Qualität – das ist gut so! Aber sie verweigert die Ressourcen, die die Krankenhäuser für eine Versorgung auf hohem Niveau benötigen – das passt nicht.“

Qualität brauche vor allem Menschen, Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger. Hochqualifizierte Arbeit in Krankenhäusern muss gut und fair bezahlt werden. „Wir brauchen deshalb eine tragfähige Finanzierung unserer Kosten und keine neuen Kürzungen“, betont Jostes weiter.

Wer mehr Qualität durch weniger Geld und Personal fordere, verweigere sich der Zukunft. Ein völlig falscher Ansatz sei der Versuch, die Krankenhäuser in „gute“ und „schlechte“ einzuteilen, um mit dem absolut unausgereiften Instrument von Qualitätsabschlägen sanktionieren zu wollen. Verantwortungsbewusste Gesundheitspolitik in der Sozialversicherung müsse für gleiche Lebensbedingungen in allen Regionen sorgen. Amerikanische Wettbewerbsexperimente könnten das nicht leisten!

Viele Tausende Mitarbeiter in den deutschen Krankenhäusern sendeten Protestkarten mit 200.000 Luftballons heute Richtung Parlament in Berlin. Die Krankenhäuser fordern die Politik eindringlich auf, die Krankenhaus-Reform zu ändern!

 

Veranstaltungstipp:
Interessenten sind herzlich eingeladen am Samstag, den 26. September um 14.00 Uhr im Oversum Vitalresort anlässlich der Podiumsdiskussion zum Thema mit zu diskutieren. Damit eröffnen die Winterberger Gesundheitstage am kommenden Wochenende.