St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

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St. Franziskus-Hospital leistet medizinische Hilfe für Kind aus Kriegsgebiet

Nach 8 Wochen darf Mahmood gesund nach Hause

Aus Männer-Rippen kann man Frauen bauen, seit kurzem auch Unterschenkel. Ersteres bleibt sicher Gott vorbehalten, das andere aber schaffte der Chefarzt der Winterberger Chirurgie, Dr. Christoph Konermann. Er transplantierte, operierte und behandelte den 11-jährigen Mahmood Adam Khan und „baute“ ihm aus der eigenen Rippe ein Stück neues Schienbein und damit eine gesunde Verbindung zum Fuß.

Mahmood stammt aus dem Kriegsgebiet in Afghanistan und wurde über die Hilfsorganisation Friedensdorf International in das St. Franziskus-Hospital nach Winterberg gebracht. Friedensdorf International ist seit 1967 in der medizinischen Einzelfallhilfe tätig und kümmert sich um schwerstverletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten. Die Hilfsorganisation fliegt die Kinder nach Deutschland ein und verteilt sie auf mitwirkende Partnerkliniken. Die medizinischen Kosten der Behandlung übernimmt das jeweilige Krankenhaus.

„Mahmood kam mit einer Unterschenkelosteomyelitis in unser Haus“, berichtet Dr. Christoph Konermann. „Die Knochenentzündung war bereits so weit fortgeschritten, dass wir einen Teil des Unterschenkelknochens ersetzen mussten.“ In den ersten Tagen in Winterberg habe Mahmood viel geweint, berichten die Krankenschwestern der chirurgischen Station im St. Franziskus-Hospital. Weit ab von seiner Heimat, seinen Eltern und vertrauten Tagesabläufen war für ihn in Deutschland alles fremd. Da war es ein Glück, dass der chirurgische Oberarzt Dr. Amiri und auch Dr. Osman sich mit ihm in seiner Sprache verständigen konnten. Im Laufe seines 8-wöchigen Aufenthalts hat sich der Junge für viele Dinge interessiert und schnell Begriffe der deutschen Sprache verinnerlicht. „Anfangs ist er mit der Rollstuhl im Haus auf Erkundungstour gegangen, zum Schluss dann zu Fuß. Auch bei uns in der Verwaltung kam er oft vorbei und hat gepuzzelt oder gemalt“, weiß Geschäftsführer Christian Jostes. „Besonders gerne hat er sich auch in der Ambulanz aufgehalten. Da wir kein Kinderkrankenhaus sind, ist es für Kinder hier in der Regel natürlich oft sehr langweilig. Es fehlen Spielkameraden. Unsere MitarbeiterInnen haben ihn aber toll in die tägliche Routine des Krankenhauses eingebunden und ihn zu vielen Dingen einfach mitgenommen. Das ist nicht selbstverständlich und ich finde es beeindruckend, dass dies bei uns so familiär umgesetzt wird.“ Insgesamt vier Mal wurde Mahmood im Winterberger Krankenhaus operiert und freut sich jetzt auf die Rückkehr zu seiner Familie in Afghanistan.

Foto: Machmood in seinem Krankenzimmer mit den behandelnden Ärzten, Pflegepersonal und Krankenhausgeschäftsführer Christian Jostes