St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

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St. Franziskus-Hospital verwendet neues Verfahren zur Schluckdiagnostik mittels Videolaryngoskopie

„Verschlucken“ kann schlimme Folgen haben

Schluckstörungen sind sehr verbreitet und betreffen vor allem ältere Menschen: Fast die Hälfte der über 75-Jährigen leiden zeitweise oder dauerhaft daran. Um Schluckstörungen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können verwendet das St. Franziskus-Hospital jetzt die so genannte Videolaryngoskopie zur Diagnostik.

„Schluckstörungen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern führen häufig zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen, die dann eine lange und aufwändige Behandlung nach sich ziehen“, erklärt Bruno Myschor, Leitender Arzt für Geriatrie am St. Franziskus-Hospital. Wenn die Schluckfunktion vermindert ist, „verschlucken“ sich die Betroffenen öfter und es können Speichel oder Speisepartikel über die Luftröhre in die Lunge gelangen. Schlimmstenfalls kommt es dann zu einer Lungenentzündung, die gerade für ältere Patienten ein erhebliches Risiko darstellt.

„Als gesunder Mensch kann man sich kaum vorstellen, dass so einfache Fähigkeiten wie Schlucken irgendwann gestört sein können“, weiß Myschor. Bei verschiedenen Krankheiten und insbesondere mit zunehmendem Alter könnte die sehr komplizierte Schluckfähigkeit meist plötzlich gestört werden oder nicht möglich sein. Mit dem Einsatz der neuen videoendoskopischen Schluckdiagnostik kann die Untersuchung schonend und aussagekräftig durchgeführt werden. „Unser Ziel ist es die bestehende Schluckstörung zu verbessern und die Lebensqualität der Patienten zu steigern“, so Myschor.

Die Untersuchung wird mit einem flexiblen Spiegelgerät durchgeführt, das durch die Nase in den Rachenraum eingeführt wird. Es erfolgt vorher eine Lokalbetäubung der Schleimhäute. Durch das eingebrachte flexible Endoskop mit integrierter Saugvorrichtung und Kamera können die Bilder gleichzeitig elektronisch aufgezeichnet und somit detailliert ausgewertet werden. Während der Untersuchung wird ein Schluckakt unter verschiedenen Konsistenten geprüft und beurteilt. Nach der Untersuchung werden die Befunde gemeinsam im multiprofessionellen Team unter dem leitenden geriatrischen Arzt und Mitarbeitern aus Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie und aktivierender Pflege beurteilt und weitere therapeutische Maßnahmen besprochen. Die meisten Patienten empfinden die Untersuchung als gar nicht oder nur wenig unangenehm. Die moderne Schluckdiagnostik ergänzt die Erkennung und optimale Behandlung von Schluckstörungen insbesondere bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, Parkinson, Demenzerkrankungen u.Ä.) aber auch bei vielen internistischen Krankheitsbildern.

Fotos: Kehlkopf mit Epiglotis sowie Eingang in die Trachea (Luftrohre) nach dem Schluckakt mit gefärbter Speise (hier Apfelmuss)