St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH

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St. Franziskus-Hospital nutzt Lichttherapie für bessere Therapieerfolge

„Das Gesundheitssystem in Deutschland muss der Tatsache ins Auge sehen, dass im Zuge einer immer älter werdenden Gesellschaft der Anteil an Demenz erkrankter Patienten in den nächsten Jahren weiter steigen wird“, weiß Dr. Ralf Jelkmann, Chefarzt Geriatrie im St. Franziskus-Hospital. Um den Herausforderungen der besonderen Betreuungsansprüche dementer Patienten gewappnet zu sein, baut die Geriatrie am Winterberger Krankenhaus immer wieder neue Therapieerkenntnisse in den Stationsalltag mit ein.

In der Geriatrie werden ältere Patienten, die durch akute und chronische Erkrankungen in ihrer Mobilität eingeschränkt und damit in ihrer Selbständigkeit bedroht sind, behandelt. Dazu steht ein multiprofessionelles Team aus speziell für die Geriatrie qualifizierten Fachärzten, Pflegekräften, Psychologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern zur Verfügung. Alle Patienten erhalten ein individuelles und ganzheitliches Diagnostik- und Therapiekonzept, bei dem neben körperlichen Beschwerden auch geistige, seelische und soziale Probleme berücksichtigt werden. „Ziel der geriatrischen Komplexbehandlung ist, neben der Therapie der Akuterkrankung, die Verbesserung der Lebenssituation der Patienten sowie der Erhalt ihrer höchstmöglichen Selbständigkeit“, erläutert Dr. Jelkmann.

Um dieses Ziel zu erreichen, macht sich das geriatrische Fachteam jetzt auch die Lichttherapie zu Nutze. So verfügt die Innere Abteilung auf Station 1 aktuell über ein Großgerät, mittels dem Gemeinschaftstherapien möglich sind. Zusätzlich arbeitet das Team mit einem portablen Gerät, das für Patienten im oder am Bett eingesetzt wird. Die Lichttherapie erzielt gute Erfolge bei bipolaren Störungen, Depressionen, Schizophrenie und auch bei leichten bis mittelschweren Demenzerkrankungen. „Es ist bekannt, dass auch die Psyche bei Krankenhausaufenthalten immer eine große Rolle spielt“, erläutert Cornelia Morgenstern, Dipl. Psychologin im St. Franziskus-Hospital. „Ein Krankenhausaufenthalt ist für Patienten häufig eine Krisensituation, die zu einer gravierenden Verschlimmerung der demenziellen Symptome führen kann.“ Die neue Umgebung, das Fehlen vertrauter Angehöriger, fremde Gerüche und eine ungewohnte Geräuschkulisse führen nicht selten zu vermehrter Unruhe und Hinlauftendenzen.

„Die Tagesstrukturierung mittels Lichttherapie soll dem entgegen wirken“, erläutert Dr. Jelkmann. „Gezielte Lichttherapie kann zu einer Gemütsverbesserung und damit in der Regel zu einer gesteigerten Motivation und verbesserten Therapieerfolgen führen.“ So hilft das Licht durch die Taktung der inneren Uhr bei der Strukturierung des Tagesablaufs.

Wirkung der Lichttherapie
Ältere Menschen gehen allgemein seltener an die frische Luft und die Augen werden häufig z.B. durch Grauen Star oder altersabhängige Augendegenerationen schwächer. Infolgedessen werden das Schlafhormon Melatonin und das Glückshormon Serotonin, die beide durch Licht stark beeinflusst werden, schlechter freigesetzt. Licht bzw. Sonne zum richtigen Zeitpunkt und in ausreichender Menge verbessert den Gemütszustand und Antrieb. Daher erzielt die Lichttherapie auch bei Altersdepressionen gute Erfolge.